Geschichtliches über den Forst

Erster Waldwirtschaftsplan

1878 wurde für den Neuendörfer Wald der erste Waldwirtschaftsplan erstellt. Dieser setzte erstmals langfristige Ziele und bestimmte die Bewirtschaftung des Waldes für die nächsten 10 Jahre.

Einige davon waren:

  • Fläche: Aufnahme der Waldfläche und Einteilung in 21 Abteilungen
  • Bestockung: Anzustreben ist ein gemischter Bestand mit ½ Rottanne, ¼ Weisstanne, ¼ Laubholz
  • Nutzung: Es darf nicht mehr genutzt werden, als nachwächst; Daraus abgeleitet ergibt sich der Hiebsatz. 1880 betrug der Holzvorrat je ha 219 m3; gegenüber 404 m3/ha im Jahre 2001

Bedeutung und Funktion des Waldes

Bis in die 70er Jahre vorigen Jahrhunderts wurde das geschlagene Holz vorwiegend als Brenn- und Bauholz verwendet. Sämtliches Fallholz wurde von Privaten als Heizmaterial gesammelt; die Wälder präsentierten sich fast klinisch aufgeräumt.

Mit dem Einzug der Zentralheizungen ab 1970 nahm die Nachfrage an Brennholz stetig ab. Im Jahre 2014 wurden noch 215 Ster Stückholz zu Brennzwecken gerüstet.
Dafür gewann der Wald zunehmend an Bedeutung für Freizeitgestaltung und Erholung.

Gefällte Tanne wird ausgemessen
Waldarbeiter bei einer Pause vor der Waldhütte im äusseren Wald

Organisation, Nutzung

Seit 1909 kennt man namentlich den für die Bewirtschaftung des Waldes verantwortlichen Bannwart, seit 1972 trägt er den Titel „Förster“. Fachlich ist dieser dem Kreisförster und dem Kantonsoberförster unterstellt.
Bei der Winterholzerei wurden die hauptamtlichen Forstwarte tatkräftig von Landwirten unterstützt. Teils auch mit Einsatz ihrer Pferde für das Holzrücken.

Seit 1971 werden in unserem Forstrevier auch Forstwartlehrlinge ausgebildet.

Dank sehr guten Holzpreisen war der Wald von 1950 – 1980 eine wahre "Goldgrube". Aus dem Erlös konnten verschiedene Bauvorhaben realisiert, resp. Beträge an die Allgemeinheit entrichtet werden.

Hier ein Auszug:

  • Bis 1963 Bezahlung der Kohlen für die Schulhaus-Heizung
  • 1965 Beitrag von Fr. 100'000.- an das Primarschulhaus
  • 1966 Bau des Forsthauses Ägerten
  • 1975 Bau des Forstmagazins an der Fulenbacherstrasse, heutiger Forstwerkhof
  • 1979 Beitrag von Fr. 60'000.- an Kapellenrenovation St. Stephan
  • 1981 Bau des Holz- und Schnitzelschopfes
  • 1981 Beitrag von Fr. 200'000.- an Dorfhalle.

Forstbetriebsgemeinschaft Neuendorf – Härkingen

Im Jahre 1988 schlossen sich Neuendorf und Härkingen zur FBG Neuendorf-Härkingen zusammen, in welchem Personal und Maschinen gemeinsam genutzt werden konnten.

Seit 2006 macht Revierförster Walter Brönnimann auch die Beförsterung des Egerkinger Waldes.

Quelle: Dorfchronik Neuendorf